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Wenn die Demografie das Rentensystem sprengt

Die schrumpfenden Geburtenzahlen bedrohen das Fundament unserer Altersvorsorge. Doch während die mathematische Realität sonnenklar ist, drückt sich die Politik vor den notwendigen Konsequenzen.

Ein aktueller NZZ-Artikel beleuchtet die historisch tiefe Geburtenrate und zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft. So bringt in der Schweiz eine Frau im Schnitt nur noch 1,28 Kinder zur Welt. In Deutschland ist die Geburtenziffer mit 1,35 zwar marginal höher, doch der dortige Sterbeüberschuss nimmt bereits dramatische Ausmasse an. Einer Million Todesfällen standen dort zuletzt nur noch rund 650’000 Lebendgeburten gegenüber.

Verharmloste Mathematik
Das Demografie-Problem, das von linken Parteien und Gewerkschaften seit Jahren kleingeredet wird, lässt sich nicht wegdiskutieren – die Arithmetik dahinter ist unerbittlich. Da die AHV als Umlagesystem funktioniert, finanzieren die Einzahlungen der heute Erwerbstätigen direkt die Renten der aktuellen Pensionierten. Fehlt der Nachwuchs, fehlen dem System schlicht die Beitragszahler – und damit das Geld.

Durch den Doppeleffekt aus sinkenden Geburtenzahlen und steigender Lebenserwartung ist das Fundament der AHV bereits massiv eingebrochen: Kamen bei ihrer Gründung 1948 noch sechs Beitragszahler auf einen Rentner, sind es heute nur noch drei – und bis 2050 werden es Prognosen zufolge lediglich zwei sein. Um diese Schieflage auszugleichen, bleiben mathematisch nur zwei Stellschrauben: Entweder erhöht man die Einnahmen über höhere Steuern und Lohnabgaben, oder man passt die Ausgabenseite durch eine Anhebung des Rentenalters an.

Politische Verweigerung
Den Mut, an der Ausgabenseite anzusetzen, bringt die Schweizer Politik jedoch nicht auf. Kaum ein Politiker und kaum eine Partei wagt es noch, eine Erhöhung des Rentenalters überhaupt auszusprechen. Auch der Bundesrat verschliesst die Augen vor der demografischen Entwicklung und setzt stattdessen auf Steuererhöhungen: Die geplante AHV-Reform, die sich derzeit in der Vernehmlassung befindet, soll gänzlich ohne eine Anhebung des Rentenalters auskommen. Dass höhere Steuern das Problem lediglich um ein paar Jahre verschieben, wird schlicht ausgeblendet – denn an der demografischen Realität ändert das gar nichts.