Wie funktioniert die AHV – und wo steht sie heute? Im Gespräch mit FinanzFabio erklärt Barbara Zimmermann vom Schweizerischen Arbeitgeberverband die Grundlagen der Altersvorsorge und ordnet aktuelle Entwicklungen ein. Im Fokus stehen unter anderem die demografische Entwicklung, die Finanzierung der 13. AHV-Rente und die Frage, wie das System langfristig im Gleichgewicht bleibt.
Vernunft statt Lohnabgaben: Die SGK-N erteilt den Plänen des Ständerats zur Finanzierung der 13. AHV eine Absage. Mit dem Entscheid für eine zeitlich begrenzte Mehrwertsteuerlösung schützt die Kommission die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung und fordert von Sozialministerin Elisabeth Baume-Schneider eine ehrliche, generationengerechte Reform der Altersvorsorge. Jetzt muss der Ständerat zur Einsicht kommen.
Mit seinem Entscheid zur Finanzierung der 13. AHV-Rente greift der Ständerat frontal die arbeitende Bevölkerung an. Höhere Lohnabgaben treffen ausgerechnet jene, die bereits heute steigende Kosten schultern, und verschärfen den Generationenkonflikt. Statt die strukturellen Probleme der AHV anzugehen, wird einmal mehr zur einfachsten Lösung gegriffen: mehr Geld von den Erwerbstätigen.
Der Thinktank Avenir Suisse kritisiert, dass Lohnbeiträge zur Finanzierung sozialpolitischer Vorhaben in der Schweiz leichter erhöht werden können als Steuern. Das schaffe politische Fehlanreize und belaste Erwerbstätige zunehmend. In einer neuen Analyse fordert der Thinktank deshalb eine «Lohnprozentbremse» in der Bundesverfassung.
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats will die 13. AHV-Rente künftig über zusätzliche Lohnabgaben und eine höhere Mehrwertsteuer finanzieren. Damit verteuert sie die Arbeit in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit und belastet direkt jene, die dieses Land tragen. Höhere Lohnbeiträge greifen spürbar ins Portemonnaie der Erwerbstätigen und schwächen die Kaufkraft. Eine solche Finanzierung ist kein verantwortungsvoller Weg. Sie untergräbt jene wirtschaftliche Stärke, auf der unsere Sozialwerke überhaupt beruhen.
Eine neue Studie von BSS Volkswirtschaftliche Beratung zeigt klar: Höhere Lohnabzüge sind keine nachhaltige Antwort, denn sie belasten die Erwerbsarbeit einseitig und schwächen Arbeitsmarkt, Standort und die Solidarität zwischen den Generationen. Das ist besonders relevant, weil die Schweiz gleichzeitig vor zwei grossen Weichenstellungen steht: Die anstehende AHV-Reform sowie die weiterhin ungeklärte Finanzierung der 13. AHV Rente.
Neujahrsvorsätze drehen sich oft um persönliche Ziele. Das Jahr 2026 zwingt Politik und Gesellschaft jedoch dazu, sich mit einem gemeinsamen Vorsatz auseinanderzusetzen: der Sicherung unserer Altersvorsorge. Denn bereits in diesem Jahr fällt das Umlageverfahren der AHV in ein Defizit. Mehrere Vorlagen zur AHV und zur Finanzierung der Sozialwerke treffen in diesem Jahr aufeinander. Sie zeigen, wie gross der Reformbedarf ist – und wie schwierig nachhaltige Lösungen bleiben.
Im «Tages-Anzeiger» wird der Untergang der Generation X herbeigeschrieben. Ältere Menschen hätten auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr, denn die Wirtschaft wolle sie nicht, deshalb sei die Rente in Gefahr. Doch ein Blick in die offiziellen Statistiken zeigt: Das Gegenteil ist der Fall. Noch nie waren ältere Arbeitnehmende so gut in den Arbeitsmarkt integriert wie heute.