Die AHV hat grossen Reformbedarf. Doch anstatt strukturelle Lösungen anzupacken, setzen viele aktuelle Vorlagen auf höhere Lohnbeiträge – ein Ansatz, der erhebliche Risiken für die Wirtschaft birgt. Nationalrätin Diana Gutjahr fordert vom Bundesrat nun Klarheit über die volkswirtschaftlichen Folgen.
Der Ständerat hatte die Finanzierung der 13. AHV-Rente zu einer massiven Ausbauvorlage aufgebläht. Der Nationalrat stoppte diesen unverantwortlichen Kurs und korrigierte die Vorlage deutlich. Nur eine Schuldenbremse fand noch keine Mehrheit – eine generationengerechte AHV-Reform muss rasch folgen.
Die Diskussion um die Ehepaarrenten spitzt sich zu – und die politischen Fronten verlaufen quer durch die Parteien. Während die Initiative der Mitte einen milliardenschweren AHV-Ausbau fordert, bringt GLP-Nationalrat Patrick Hässig nun einen Vorschlag ein, der finanzielle Vernunft mit mehr Gerechtigkeit verbindet.
Die Reform der AHV-Hinterlassenenrenten ist ein politisch sensibles Dossier – und ein Lackmustest für die Reformfähigkeit der Altersvorsorge insgesamt. Mit seinem Vorschlag bringt FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt nun eine pragmatische, sozial abgestützte Lösung ins Spiel. Sie verdient Beachtung.
Die Forderung, den Ehegatten-Plafond in der AHV abzuschaffen, wird als Schritt zur Gleichbehandlung verkauft. Doch in Wahrheit ist sie ein Systembruch – zulasten der Beitragsgerechtigkeit, der jungen Generation und all jener, die unverheiratet leben und beide voll arbeiten – ein Wolf im Schafspelz.
Die Reform der Witwen- und Witwerrenten ist ein sachlicher, richtiger Schritt. Sie beseitigt eine nicht mehr zeitgemässe Ungleichbehandlung und bringt die AHV näher an die gesellschaftliche Realität. Genau solche gezielten Anpassungen braucht es – auch im Hinblick auf die kommende AHV-Reform.